Glücklichsein, wie geht das?! TEIL II - Wahrnehmung

Glück Wahrnehmung

„Der Mensch opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen.

Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wieder zu erlangen.

Und er hat solch eine Angst vor der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt.

Das Ergebnis ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt.

Er lebt, als würde er nie sterben und dann stirbt er doch und hat nie wirklich gelebt.

- Dalai Lama -

 

Es gibt nur das Hier und Jetzt. Deine Wahrnehmung bestimmt alles. Nur so wie DU die Dinge siehst, sind sie im Endeffekt auch. In diesem 2. Teil von "Glücklich sein - wie geht das?" möchte ich gezielt auf die Wahrnehmung eingehen und wie du diese verbessern kannst. Folgend nun 3 Aspekte die dafür notwendig sind.

 

 

Deine Sichtweise

 

Die Sichtweise auf das Leben bestimmt alles. Ob man positiv oder negativ auf eine Sache oder Situation reagiert, kommt auf einen selbst an. Kurz ein abwegiges Beispiel zur Verdeutlichung:

 

Du wirfst ein Glas herunter und es zerbricht, doch statt dich zu ärgern, fängst du laut an zu lachen und freust dich.

 

Natürlich macht dies in dieser Situation keinen Sinn und klingt eher paradox, doch es wäre durchaus möglich, dass du deinen Verstand so programmierst, dass er positiv auf negative Einflüsse reagiert. Selbstverständlich muss es nicht so überspitzt sein, doch du verstehst auf was ich hinaus möchte. So wie du etwas empfindest, entscheidet alles. Egal was andere sagen oder wie die Dinge "tatsächlich" laufen. Das gibt es nicht, sondern nur deine eigene Realität. Also wäre es angebracht die Dinge positiver zu betrachten. Wenn wir mit einem Problem umgehen müssen, reagieren viele Menschen unterschiedlich. Es kann nur ein Strafzettel mit einem geringen Betrag sein, welchen man überweisen muss.  

  • Man kann sich sehr darüber aufregen, schimpfen, den Zettel zerknüllen und den Betrag am nächsten Tag, wenn man sich abgeregt hat, überweisen.
  • Oder man zuckt mit den Schultern und lässt den Strafzettel in der Ecke liegen, bis eine Mahnung kommt und überweist dann irgendwann.
  • Oder man überlegt, was man falsch gemacht hat und wie man das in Zukunft vermeiden könnte (z.B. nächstes Mal besser darauf achten, ob man im Parkverbot steht) und setzt sich direkt an den Computer, überweist den Betrag, heftet die Rechnung in einem Ordner ab und ärgert sich kein weiteres bisschen darüber.

Jeder Mensch reagiert anders, doch gerade das letzte Beispiel wäre der richtigste Weg. Klar gibt es Situationen, wo man sich einfach aufregt, vor allem wenn man ein sehr emotionaler Mensch ist. Doch trotzdem, sollte man sich angewöhnen, nicht wegen jeder Kleinigkeit aus der Haut zu fahren.

 

Auch ständiges Beschweren ist für Menschen in der Umgebung sowie die eigene Psyche unvorteilhaft. Immer wenn du dich über etwas beschweren willst oder negative Äußerungen ausstoßen möchtest, dann lass es einfach. Versuche dir dies anzugewöhnen. Negative Gedankenmuster sollen nicht geschürt werden. Verbalisiere nicht, dass dein Tag heute richtig mies lief und du die Welt da draußen hasst. Sobald es ausgesprochen wird, ist es wie ein Zauberspruch. Es zeigt Wirkung und nicht nur bei dir, sondern auch bei Personen die in diesem Moment bei dir sind. Auf die Frage: "Wie war dein Tag?", kann man antworten "Totaler Mist, einfach alles geht den Bach runter, hundsmiserabel, schrecklich, ich halt das nicht mehr aus!" oder "es war heut ziemlich anstrengend und ich bin müde, doch ich bin jetzt froh zu Hause zu sein." Dies wird dir ein ganz anderes Gefühl geben.

 

Wir müssen versuchen unsere Emotionen weitestgehend zu kontrollieren. Am Anfang wird dies schwer fallen oder unmöglich erscheinen. Doch Versuche dich immer daran zu erinnern, deine Emotionen zu kontrollieren und ihnen nicht einfach freien Lauf zu lassen. Irgendwann wird dies in dein Unterbewusstsein einfließen und dann hast du einen riesigen Schritt vorwärts gemacht. Wenn man nicht von Wut oder Zorn, Trauer oder Hass geleitet, an ein Problem herantritt, wird man es schneller und effektiver lösen können.

 

So wie man selbst Dinge wahrnimmt, so handelt man auch darauf. Selbst schlimme Situationen erfordern, dass man positiv und bestimmt an diese Sache herantritt. Wie kann ich es noch zum Guten wenden oder zumindest das beste aus dieser Misere machen? Mit dieser Einstellung sollte man ein Problem anpacken, anstatt sich nur erschlagen zu lassen. Schaue durch das Negative und finde das Positive, auch wenn es manchmal sehr schwer sein kann.

  • Ein schlimmer Chef, ist vielleicht nur eine Motivation sich endlich eine neue Arbeit oder Einkommensmöglichkeit zu suchen.
  • Die Trennung vom Lebenspartner ist vielleicht eine Möglichkeit sich endlich auf sich selbst zu konzentrieren und einen geeigneteren Partner zu finden.
  • Eine verlorene Ideen- oder Notizsammlung, gibt Motivation sich Gedanken zu neuen Ideen zu machen und die wichtigen (an die man sich noch erinnern kann) hervorzuheben.

Halte dir vor Augen, dass du bestimmst ob du traurig oder glücklich bist. Du kannst Gefallen an den kleinen Dingen im Leben finden oder große Wut wegen Lappalien. Entscheide richtig und lasse deinen Emotionen nicht freien Lauf. Kontrolliere sie und du kontrollierst deine Sichtweise.

 

 

Leben im Jetzt

 

Es gibt keine direkte Vergangenheit und keine direkte Zukunft für den menschlichen Verstand. Man lebt immer nur in der Gegenwart. Was vergangen ist, ist vergangen. Egal ob gut oder schlecht, es ist passiert und nur noch als Erinnerung im Gedächtnis gespeichert. Würdest du heute, wegen einem Sturz, dein Gedächtnis verlieren, dann wäre all deine Vergangenheit auf einmal ausgelöscht. Du wärst nur noch im Hier und Jetzt.

 

Genauso hält es sich mit der Zukunft. Ich selbst bin ein Mensch, der sich schon immer sehr viele Gedanken über die Zukunft gemacht hat.

 

Was wird mal sein? Wird das auch klappen? Schaff ich das? Bin ich in 2 Monaten immer noch so motiviert? Was ist wenn ich einen Unfall habe oder krank werde? usw...

 

Sehr schön, doch sehr sinnlos. Zumindest bin ich mir bewusst, dass diese Gedankenmuster rein gar nichts bringen. Denn sie sind, so wie meine Vergangenheit, nur in meinem Kopf.  Merk dir folgenden Satz: 

 

Man kann die Zukunft nur in der Gegenwart beeinflussen und die Vergangenheit überhaupt nicht.

 

Also ist es doch von Vorteil nicht der Vergangenheit, noch der Zukunft das meiste Gewicht zuzuteilen, sondern der Gegenwart. Denn diese kann man beeinflussen. Du tust es soeben, während du im Augenblick diesen Artikel liest und jetzt darüber nachdenkst. Gerade die Zukunftswünsche, welche zu Zukunftsängsten werden können, weil man Angst hat diese nicht zu erreichen, sind ein Problem.

 

Man wartet auf den einen Moment irgendwo in der Zukunft, der irgendwann eintreffen soll, damit man irgendwie glücklicher ist. Doch tritt dieser Zeitpunkt jemals ein? Ist er realistisch? Warum alles auf die Zukunft verschieben und warum immer darauf warten, bis man glücklich sein kann. Wenn man mal kurz inne hält und darüber nachdenkt, was man bereits hat (z.B. guter Verdienst, Ehepartner der einen unterstützt, enge Freunde, schöne Wohnung, tolle Hobbys, gute Gesundheit), warum sollte einen dann der Porsche von den man ständig träumt, weil das eigene Auto nur eine Klapperkiste ist, einen glücklicher machen?

 

"Irgendwann hol ich mir auch so ein tolles Auto!" - ist dann ein Gedanke. Ohne dieses, fühlt man sich dann in seinem Gefährt unwohl oder es ist einem peinlich damit herumzufahren. Hier liegt wieder die ganze Aufmerksamkeit auf der Erlösung in der Zukunft, anstatt froh zu sein, dass man andere Dinge bereits hat, von denen wiederum andere nur träumen. Stell dir vor wie unglücklich du wärst, wenn du gar kein Auto hättest und zu Fuß in die Arbeit gehen müsstest. Das Prinzip der Gegenwart ist recht einfach: "Gönne dir schon jetzt Dinge und genieße jetzt schon dein Leben."

 

Natürlich sollst du Lebensziele haben. Doch nicht aus dem Grund, dass du irgendwann von der jetzigen Last befreit sein wirst und dadurch glücklicher wärst. Schaffe dir Lebensziele an, damit du dein Glück vergrößern kannst. Wenn du z.B. in 2 Jahren deinen Kredit abgezahlt hast, hast du zwar mehr Geld im Monat, doch ich gebe dir Brief und Siegel darauf, dass du dann nicht glücklicher sein wirst, auch wenn du es dir jetzt so vorstellst. Es kommt dann etwas anderes, das deine Kosten erhöht.

 

Glück besteht nun mal nicht durchgehend und immer. Doch du kannst und sollst das beste daraus machen. Und zwar das beste aus deinem Hier und Jetzt. Wenn du etwas mehr Freizeit möchtest, dann arbeite einen Tag weniger die Woche und warte nicht auf deine Pensionierung. Such dir evtl. eine andere Position oder eine selbstständige Tätigkeit, um den Verlust wieder einigermaßen auszugleichen. Und ist es wirklich ein Verlust, wenn du dafür mal mehr Zeit für dich selbst hättest oder die Zeit mit deinen Freunden oder Familie verbringen könntest.

 

In der Arbeit dankt es einem keiner, wenn man massig Überstunden macht und sein letztes Hemd für diese opfert. Für die Familie lohnt es sich sehr wohl und auch für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Wie oft sind diejenigen, welche ihr Leben nur in der Arbeit verbringen, unglücklich im Privatleben. Geschieden, keine Kinder, keine Freunde, keine Ziele, nur die Arbeit steht an erster Stelle.

 

Reiße dich los aus dem Kreis, dass eines Tages alles besser wird. Gönne dir jetzt mehr. Du hast es verdient. Gestalte deine Gegenwart so erfreulich wie nur möglich, dann bist du auch motivierter. Warte nicht bis irgendwann, denn das Leben ist unvorhersehbar. Man weiß einfach nicht, was die Zukunft mit sich bringt.

 

 

Sich selbst blenden

 

Menschen machen sich selbst sehr oft etwas vor. Ich möchte abschließend noch kurz erläutern, wie viele Menschen sich selbst so sehr blenden, dass sie vom eigenen Leben abgelenkt werden. Ich spreche hier die übertriebene Vernarrtheit in Dinge an, welche einem zuviel Lebenszeit stiehlt und die eigenen Gefühle dermaßen beeinflusst, dass man nicht mehr neutral denken kann. Viele Menschen sind so von Dingen eingenommen, dass sie ihre Realität anders wahrnehmen. Ziel ist es, sich loszulösen vom Denken anderer und selbst zu entscheiden, was gut und richtig für einen ist. Damit man ein besseres Verständnis hat, möchte ich ein Beispiel an dieser Stelle nennen. 

 

Der Fußballfan:

 

Von vornherein möchte ich hier niemandem ankreiden, er soll sich nicht für Sport interessieren oder es wäre verwerflich ins Stadion zu gehen und seiner Lieblingsmannschaft zuzujubeln. Nein das nicht. Es wird erst ein Problem, wenn das eigene Leben anfängt, sich um den Sport zu drehen, wie ein Mond um einen Planeten. Diese Abhängigkeit ist gefährlich.

 

Das meiste Geld geht für Fanartikel und Spielbesuche drauf. Der ganze Freundeskreis ist nicht auf einen selbst gerichtet, sondern alle sind in der gleichen Community und eigentlich nur wegen des Sports befreundet, um sich darüber auszutauschen. Würde es den Fußball nicht mehr geben, gäbe es nicht mehr viele Gründe befreundet zu sein. Das eigene Denken und der Gefühlszustand werden stark vom Gewinnen oder Verlieren der Mannschaft geprägt. Freudejubelnd nach einem Sieg oder schlechte Laune und Zorn nach einem 0:3 Sieg der gegnerischen Mannschaft sind die zwei Seiten der Medaille. Gerade bei solchen Ereignissen kommt es immer wieder zu extremen Alkoholexzessen, Sachbeschädigungen oder Gewaltausbrüchen. Dabei haben nur zwei Mannschaften ein Spiel gespielt, bei dem nur eben einer gewinnen kann.

 

Genauso hält es sich mit vielen anderen Dingen, wie Religion, Schönheitswahn, überaus penible Ernährungsweise, Klatsch & Tratsch, Nachrichten, Finanzmärkte usw. usw..... Es nimmt kein Ende. Man möchte sich profilieren, alles über die Celebrities erfahren oder bei jedem Thema mitreden können. Das ist in Ordnung. Doch sobald man zu sehr einlenkt bzw. der Sache zuviel Wichtigkeit zuschreibt, kann es zum Problem werden.

 

Die Augen sind verschleiert, da man solche Verhaltensmuster als normal betrachtet. Doch es wirkt sich in keinster Weise positiv auf einen selbst aus. Wenn man niedergeschlagen ist, weil sich Brangelina getrennt haben oder der DAX um 0,02% gefallen ist, dann ist man zu sehr von dieser Sache eingenommen.

 

Wenn du dauerhaft glücklich sein möchtest, darfst du dich nicht von Dingen, welche eigentlich nichts mit deinem eigenen tatsächlichen Leben zu tun haben, beeinflussen lassen. Gehe in die Kirche so oft du es willst und nicht, weil es andere von dir erwarten. Gehe ins Stadion, weil es Spaß macht mit Freunden zusammen, das spanende Spiel zu verfolgen. Ärgere dich, wenn es nicht gut ausging, doch halte deine Emotionen so im Zaum, dass es dich in keiner Weise wirklich niederschlägt. Verfolge Nachrichten oder Finanzen, weil es dich interessiert oder du in diesem Bereich arbeitest und nicht, damit du Kopfschüttelnd davor sitzt und denkst, wie schlimm doch alles ist.

 

 

Fazit:

 

Gerate nicht in die Umlaufbahn, sondern lasse Dinge in deine Umlaufbahn geraten, weil dich diese Dinge eben einfach interessieren und du mehr damit zu tun haben möchtest. Was andere Denken, ist nicht der primäre Einfluss auf dein Leben. Alles was nicht der Norm entspricht, wirkt für Außenstehende komisch. Doch darum sind es eben Außen- und nicht Innenstehende. Du bist der oder die Innenstehende und du gestaltest deine Wahrnehmung so wie du es möchtest.

 

 

Ich hoffe der Artikel war hilfreich für dich. Wenn ja, dann teile ihn doch, somit können auch andere wie du einen Nutzen daraus ziehen. Ich wünsche DIR jedenfalls das beste.

- L.d.R. -